Japanische Kunst

„Wie immer interessierte uns die Schönheit der Kunstwerke und nicht ihre Bewertung durch den Markt.“
Marianne Langen

Die Japansammlung von Viktor und Marianne Langen ist in Umfang und Qualität einzigartig in Europa. Mit rund 350 Werken gibt sie einen repräsentativen Überblick über die japanische Kunst des 12. bis 20. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst nicht nur religiöse Kunst, sondern auch Keramiken der vorgeschichtlichen Jomon-Zeit und buddhistische Statuen der Nara- und Heian-Periode. Das breite Spektrum des Bestandes an Malerei reicht von Beispielen höfischer Malerei der Kano-Schule, über Werke renommierter Künstler wie Maruyama Okyo (1733-1795) bis zur Genremalerei des 19. Jahrhunderts.

Wie alle Bereiche ihrer Kollektion, ist auch die Japansammlung der Langens ausschließlich vom persönlichen Geschmack des Sammlerpaars geprägt. Im Unterschied zu anderen Sammlern japanischer Kunst erwarben Viktor und Marianne Langen die Kunstwerke nicht auf dem europäischen Kunstmarkt, sondern direkt im Entstehungsland. Seit den frühen 1960er-Jahren reiste Viktor Langen geschäftlich nach Japan. Interessiert an anderen Kulturen, war der Kunstsammler auch von der japanischen Kunst fasziniert und beschloss, schöne Stücke zu erwerben. Ein mutiges Unterfangen, gab es Anfang der 1960er-Jahre für japanische Kunst weder einen nennenswerten nationalen noch internationalen Markt. Ausgestattet mit guten Kontakten und einem Dolmetscher, suchte und fand Viktor Langen die wenigen Händler und Galeristen für japanische Kunst in Japan. In Absprache mit seiner Frau konzentrierte er sich auf den Erwerb „einzigartiger Objekte“. Auflagenwerke wie Holzschnitte wurden nicht berücksichtigt.

1979 richteten Viktor und Marianne Langen in ihrem Haus in Ascona ein Privatmuseum für die japanischen Rollbilder ein, die sie hier in abgedunkelten Räumen ausstellten. Anfang der 1990er-Jahre, nach dem Tod von Viktor Langen, ließ Marianne Langen die Sammlung von japanischen Kunstexperten begutachten und wissenschaftlich aufarbeiten. Die Fachleute kamen zu dem Ergebnis, „dass zwei Drittel der Werke von allererster Qualität sind“ (Marianne Langen).

Mit dem Ausstellungshaus der Langen Foundation von Tadao Ando kam 2004 ein letztes herausragendes Kunstwerk japanischer Kunst zu der Sammlung hinzu. Marianne Langen bezeichnete das Gebäude, dessen Fertigstellung sie leider nicht mehr erleben konnte, als „das größte Kunstwerk, das ich jemals erworben habe".

Eine erste umfassende Ausstellung der Japansammlung fand 1998/99 mit dem Titel „Herbstwind in den Kiefern“ im Kölner Museum für Ostasiatische Kunst statt. Anschließend war die Schau in der Kunsthalle Tübingen, im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg und in verschiedenen Museen Japans zu sehen.