Malerei des
20. Jahrhunderts

 

„Wir wollten das Heutige sammeln.“ (Viktor Langen)

Die Sammlung „Malerei des 20. Jahrhunderts“ umfasst etwa 300 Werke wichtiger Künstlerinnen und Künstler des vergangenen Jahrhunderts. Mit den Schwerpunkten Klassische Moderne und abstrakter Kunst der Nachkriegszeit deckt sie weite Felder der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ab.

Die Strategie, die Viktor und Marianne Langen verfolgten, war einfach und klar: Sie wollten „das Heutige sammeln“ (Viktor Langen) und Werke, die sie spontan beeindruckten. Im Düsseldorfer Kunstverein entdeckten sie eine 1934 entstandene „Meditation“ von Alexej von Jawlensky und eine Ölskizze von Fernand Léger aus dem Jahr 1927. Mit dem Erwerb dieser beiden Kunstwerke legten sie in den späten 1940er-Jahren den Grundstein für ihre Sammlung.

Schon bald darauf setzte eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Strömungen abstrakter Kunst der Nachkriegszeit ein. Das Sammlerehepaar erwarb Werke von Künstlern der École de Paris, darunter Jean René Bazaine, Alfred Manessier, Gustave Singier, Pierre Soulages, Nicolas de Stael. Sie trugen außerdem die umfangreichste private Sammlung von Jean Dubuffet in Europa zusammen, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verband.

Neben der französischen abstrakten Malerei verfolgten Viktor und Marianne Langen die neuaufkommende Zero-Bewegung. Künstler wie Hans Mack, Otto Piene und Günther Uecker aus ihrem Düsseldorfer Umfeld wurden ebenso Teil der Sammlung wie Lucio Fontana oder Yves Klein. Parallel dazu erwachte schon früh das Interesse an amerikanischer Kunst. Mit Sam Francis, Roy Lichtenstein, Louise Nevelson, Kenneth Noland, Robert Rauschenberg und Andy Warhol umfasst die Sammlung Werke wichtiger Protagonisten.

In späteren Jahren wandte sich das Sammlerpaar verstärkt der Klassischen Moderne zu und erwarb u.a. Werke von George Braque, Paul Cézanne, Salvador Dalí, Robert Delaunay, Max Ernst, Paul Klee, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Pablo Picasso und Kurt Schwitters. Neben den Künstlern des Blauen Reiter – Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc - bildet die Russische Avantgarde mit El Lissitzky, Ljubow Popowa, Alexander Rodtschenko und Warwara Stepanowa einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung.

Nach dem Tod ihres Mannes setzte Marianne Langen ihre Sammeltätigkeit allein fort und öffnete sich erneut zeitgenössischen Tendenzen, indem sie Arbeiten von Louise Bourgeois, Tony Cragg, Mario Merz und Sigmar Polke in die Sammlung aufnahm. Die Sammlung Langen gilt in ihrer jetzigen Form als abgeschlossen. Mit der Eröffnung der Langen Foundation im Jahr 2004 führt die Familie das Erbe von Viktor und Marianne Langen fort.

 


Abbildungshinweise
Max Ernst, Forêt, 1927, Gouache und Öl auf Karton © VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Paul Cézanne, La Montagne Sainte-Victoire vue des Lauves, 1904-1906, Öl auf Leinwand
Fernand Léger, Nature Morte, 1927, Öl auf Leinwand