Japanische Naturdarstellungen

aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen

14. Februar bis 8. Mai 2011

Die Ausstellung Japanische Naturdarstellungen aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen zeigt Werke aus der Tradition der monochromen Tuschmalerei – in Japan auch „suiboku-ga“ genannt - die im Zuge der Übernahme des Zen-Buddhismus in Japan eingeführt wurde. Die monochrome Tuschmalerei war Ausdruck der Maxime des Zen-Buddhismus: maximale Wirkung mit minimalen Einsatz der Mittel. Nur das Wesentliche, der erste und der letzte Pinselstrich eines Prozesses, werden auf Papier oder Seide dargestellt.

Geschaffen wurden die suiboku-ga von den Zen-Mönchen. Das Malen diente ihnen der Meditation oder galt dem Künstler als Ausdruck von Wahrheit. Auch wurde es als Übung der Disziplin und als ein Vorgang angesehen, der dem Maler zur Erleuchtung verhalf. Im frühen 15. Jahrhundert – und mit dem Wunsch der alltäglichen Arbeitswelt zu entfliehen, in ein ungestörtes Leben der Meditation – entwickelte sich die monochrome Tuschmalerei zu einer mehrfarbigen und figurativeren Malerei weiter: Die Kunst der Landschaftsmalerei war geboren. Künstler wurden beauftragt, den perfekten Geisteszustand und die perfekte Umgebung – fernab von den weltlichen Pflichten und geschäftigen Städten gelegen – in Bildern festzuhalten. Motive waren ruhige, friedvolle und paradiesische Umgebungen, die zwischen Bäumen und Flüssen lagen. Der chinesischen Überzeugung folgend, dass der Mensch nur einen unendlich kleinen Platz im weiten Kosmos einnimmt, gaben sie menschlichen Figuren in ihren Landschaften nur eine untergeordnete Rolle, oder sie wurden von der Darstellung ganz ausgeschlossen. Aufgegriffen wurde diese Malerei von der Muromachi-Periode (1333-1573) mit ihren führenden Tuschmalern Josetsu (tätig um 1415), Shûbun (1414-1463) und Sesshû (1420-1506) und dominierte ebenfalls die Nanga-Schule während der Edo-Zeit (1615-1868).

Kombiniert werden die japanischen Rollbilder mit Kunstgegenständen und Plastiken aus der Sammlung von Viktor und Marianne Langen, die bisher noch nicht öffentlich präsentiert wurden. Ausgestellt sind unter anderem kunstvoll gearbeitete Vasen, Geschirre und Schmuckkästchen mit Gold- und Silberlack sowie Perlmuttverzierungen, die auf einer das Thema der japanischen Landschaftsdarstellungen weiterführen.