Historie

„Kunst parallel zur Natur.“
(Leitbild der Stiftung Hombroich)

Die Raketenstation Hombroich ist Teil des visionären Projektes des Sammlers Karl-Heinrich Müller (1936 - 2007), auf einem „vernachlässigten Fleckchen Erde“ in Nordrhein-Westfalen Kunst und Natur zu einer einmaligen Synthese zusammenzubringen.

Jahrzehntelang diente das auf keiner Landkarte verzeichnete Gelände in den Erftauen bei Neuss der NATO zu Abwehrzwecken und der Lagerung von Spreng-Köpfen für Cruise Missiles und Pershing-Raketen. 1992/93 wurde die Einrichtung im Zuge der Abrüstungsabkommen zwischen den NATO-Staaten und der ehemaligen UdSSR stillgelegt. 1994 erwarb Karl-Heinrich Müller die 13 Hektar große Fläche und entwickelte gemeinsam mit Erwin Heerich, Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa ein einmaliges Kultur- und Kunstraumprojekt.

Müller rekultivierte das Gelände zu einem Ort der Kultur, der Wissenschaft und der Natur. Dabei ging es nicht darum, die Geschichte des Ortes auszulöschen, sondern ihm ein neues Gesicht und eine neue Bestimmung zu geben. Militärische Elemente wie Stacheldrahtzäune, Scheinwerfersysteme und schusssicheres Glas wurden beseitigt. Die Hallen, Hangars, Bunkersysteme, Erdwälle und der Beobachtungsturm blieben jedoch bestehen, wurden renoviert und teilweise umgestaltet. Neubauten von Heerich und Nishikawa ergänzten das bestehende Ensemble ebenso wie Skulpturen von Heinz Baumüller und Eduardo Chillida.

Auf Einladung von Karl-Heinrich Müller besuchte Tadao Ando 1994 die Raketenstation und sah diese in ihrem Urzustand. Begeistert von Müllers Plänen entwickelte Ando ein Architekturmodell, das ebenfalls Teil des Projektes wurde. Das Kultur- und Kunstraumprojekt wurde 1996 auf der Biennale in Venedig vorgestellt und bis heute in wesentlichen Teilen umgesetzt.

Die Raketenstation Hombroich und das Museum Insel Hombroich gingen 1997 in die Stiftung Insel Hombroich ein und bilden heute den Kulturraum Hombroich: Ein dynamisches Ensemble aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Natur, das sich beständig weiter entwickelt.

Mehr Informationen: www.inselhombroich.de