Eine erlesene Welt

Japanische Kunst aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen

7. April 2019 - 25. August 2019

Die Langen Foundation präsentiert mit der Ausstellung "Eine erlesene Welt" eine Auswahl von über 80 Objekten aus dem umfangreichen Fundus der Sammlung. anlässlich dieser Präsentation arbeitet die Sammlung mit einer externen Kuratorin zusammen und konnte die renommierte Japanexpertin des Züricher Museums Rietberg, Dr. Khanh Trinh für einen Blick auf das Fundament der Langen Foundation gewinnen.

Die Werke dieser Sammlungspräsentation sind drei Themenbereichen untergeordnet: Religiöse Kunst, Blumen und Vögel sowie Landschaft. Der Schwerpunkt liegt darin, die stilistische und formale Vielfalt innerhalb jeder dieser Kategorie aufzuzeigen. So werden bespielsweise die naturalistischen, detaillierten Darstellungen von Flora und Fauna der Kano-Schule den abstrahierten, stilisierten Kompositionen der Rinpa-Tradition gegenübergestellt. Bei der Auswahl der Exponate steht zudem Japans Liebe für Polychromie und Opulenz im Vordergrund. Dieser Aspekt mag überraschend wirken, verbindet man die Kunst Japans bis dahin doch häufig mit der minimalistischen, zurückhaltenden Ästhetik der Zen-buddhistischen Kunst und der monochromen Tuschemalerei. "Eine erlesene Welt" ist eine freie Übersetzung des Bildtitels von Uragami Shunkin für die mit Malachit und Azurit prächtig gemalte Darstellung einer imaginären, paradiesisch-anmutenden Landschaft.

Mit ihren rund 350 Werken vom 12. bis zum 20. Jahrhundert gehört die von Viktor und Marianne Langen über vier Dekaden zusammengetragene Sammlung japanischer Kunst zu den umfassendsten und renommiertesten ihrer Art in Europa. Eine Geschäftsreise nach Japan in den 1960er Jahren hat das Interesse an der japanischen Kunst und Kultur in Viktor Langen erstmals entfacht. Danach besuchte das weitgereiste Ehepaar das Land mehrfach, stets auf der Suche nach erlesenen Kunstobjekten. Sie verließen sich dabei auf ihr intuitives Kunstempfinden und erwarben erst Rollbilder, später auch buddhistische Skulpturen und kunsthandwerkliche Gegenstände. Ihr Sinn für das Schöne trügt nicht. Die Langen Foundation besitzt heute zahlreiche Bilder uns Plastiken von seltener Ikonografie und hervorragender künstlerischer Qualität.

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Anne Pöhlmann - Japanraum

7. April 2019 - 25. August 2019

Die Langen Foundation zeigt mit Anne Pöhlmann eine Künstlerin, die mit den unterschiedlichen Sprachen und Modalitäten der Fotografie arbeitet und dabei Verfahren für ihre Arbeiten benutzt, die unserer Alltagskultur entstammen und Fotografie als Massenmedium definieren. Anlässlich ihrer Einzelpräsentation im Japanraum der Foundation zeigt die Düsseldorfer Künstlerin Anne Pöhlmann eine Werkauswahl, die während ihres dreimonatigen vom Goethe Institut organisierten Stipendiums in Japan (2017) entstanden sind. Diese Arbeiten werden mit eigens für diese Ausstellung entwickelten neuen Wandarbeiten und installativen Arbeiten im Raum gezeigt. Die ortsspezifische Installation besteht dabei aus Fotografien, die auf Stoff gedruckt, zu Textilien gewebt oder mit unterschiedlichen gefundenen Textilien kombiniert werden. Die Künstlerin hat mit einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien, wie japanischer Seide oder wiederverwendeten Modestücken aus ihrem persönlichen Archiv gearbeitet, die sie in ihre Praxis integrierte. Pöhlmanns Arbeiten stehen im offenen Dialog mit der einzigartigen Architektur des Baus des japanischen Architekten und Pritzker-Preisträgers Tadao Ando, indem sie mit geschlossenen Volumen und offenen Räumlichkeiten interagieren, um Geräusche und Stille zu verflechten und ein immersives Erlebnis zu schaffen.

Die Arbeiten in der Ausstellung, sowohl die Wand- als auch die installativen Bodenarbeiten, befassen sich mit einer Vielzahl von Motiven, die von Stadtarchitektur und Naturlandschaften über Porträts bis zu abstrakten Kompositionen reichen, wobei sie gleichzeitig Fragen nach den materiellen Bedingungen der Fotografie aufgreifen. Gefaltete und drapierte Fotografien und Fotostoffe werden als fließende architektonische Formationen präsentiert, bei denen das Bild mit seinem Träger verschmilzt. Der Titel "Japanraum" bezieht sich auf den Namen, den tadao Ando selbst dem Ausstellungsraum gegeben hat. Er weist auf das Konzept eines Kulturraums hin, den die Künstlerin aus erster Hand kennen gelernt hat, und dient ihr als wichtiger Referenzpunkt. Pöhlmann beleuchtet neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung des Westens mit der japanischen Kultur.

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