Sean Scully

Song of Colors

03.04. – 07.08.2022

Die Langen Foundation präsentiert mit Sean Scully einen der bedeutendsten abstrakten Maler seiner Generation, dessen Werke seit mehr als fünfzig Jahren international ausgestellt werden.

Die Ausstellung Song of Colors zeigt mehr als 50 Werke von Sean Scully (*1945 in Dublin) aus verschiedenen Schaffensphasen und widmet sich in der Auswahl der Werke der Beziehung seines künstlerischen Schaffens mit der Musik. "Ich wuchs in der Welt der Musik auf. Ich bin Ire, also ist mein Verständnis der Welt in hohem Maße durch ihre fließenden, sich wiederholenden Rhythmen geprägt, die in der unerbittlichen Kraft und Melancholie irischer Musik gespiegelt werden."

Das Spektrum der präsentierten Arbeiten reicht von frühen Papierarbeiten der späten 1960er-Jahre über seine raumgreifenden Gemälde, in denen er das wiederkehrende Motiv der Rasterung und das Spiel mit der Kraft der Farbe stetig variiert und ausdrucksstark weiterentwickelt. "Ein Streifen ist eine Note, viele sind ein Akkord, alle werden von Hand gespielt. Die Emotionen sollen durch ein Bild vermittelt werden. Ein Rhythmus der von Hand mit jedem Werk anders gemalt wird." 

Seine präzise Komposition von Farben und Strukturen weitet Scully seit einigen Jahren bildhauerisch aus. Exemplarisch zeigt die Langen Foundation auf dem Außengelände drei monumentale Skulpturen, in denen sich die Leitmotive seiner Malerei in der Skulptur wiederfinden.

 

Foto © Sean Scully Migration, 2021, Foto: Elisabeth Bernstein

 


Japansammlung

Raum der Stille

 

Mit ihren rund 350 Werken vom 12. Bis zum 20. Jahrhundert gehört die von Viktor und Marianne zusammengetragene Sammlung japanischer Kunst zu den umfassendsten und renommiertesten ihrer Art in Europa. Die Langen-Sammlung besitzt heute zahlreiche Bilder und Plastiken von seltener Ikonografie und hervorragender künstlerischer Qualität.

Die aktuelle Ausstellung im Japanraum zeigt eine Auswahl von Japanischen Rollenbildern und buddhistischen Skulpturen dieser Privatsammlung. Der Fokus der präsentierten Werke liegt auf Bildern mit einer eher minimalistischen, zurückhaltenden Ästhetik der Zen-Buddhistischen Kunst und der monochromen Tuschmalerei. Im späten 13. Jahrhundert setzte sich der Zen- Buddhismus als die bedeutendste Lehre in Japan durch. Die verschiedensten Künste gediehen unter ihrem Einfluss, darunter vor allem Architektur und monochrome Tuschmalerei. In den Bildern zeigt sich eine Betonung der Spontanität und eine Einfachheit und Zurückhaltung der Darstellung. In den Landschaftsdarstellungen finden sich großzügige Tuschlavierungen mit einigen willkürlich gesetzten Tuschstrichen. Die Künstler nutzten schwarze Tusche und einen dünnen Pinsel mit Spitze, manchmal kommen leichte Farbnuancen hinzu, hauptsächlich sind die Bilder aber monochrom gehalten. Auch die ausschließlich kalligraphischen Werke mit Texten und Gedichten zeigen diesen Pinselduktus. Die Malerei und der Prozess des Malens waren vom Grundverständnis eine Form der Meditation. So sind die Darstellungen und Gedichte oft ein Stimmungsbild, ein In-Sich-Ruhen und ein Ausdruck von Einklang.

Diese Vollkommenheit und Ruhe strahlen in gleichem Masse auch die in der Ausstellung gezeigten Skulpturen, verschiedene buddhistische Gottesbilder, aus. Der Japanraum wird mit der aktuellen Präsentation einmal mehr zum „Raum der Stille“.