Jan Albers

parcOurs mOrtale

15. April - 24. Juni 2012

Parallel zu der großen „Hommage an Marianne Langen“ präsentiert die Langen Foundation im sogenannten „Japanraum“ in loser Folge monografische Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Den Auftakt macht Jan Albers (geb. 1971, lebt in Düsseldorf). Unter dem Titel „parcOurs mOrtale“ stellt er rund 25 Arbeiten aus den letzten drei Jahren vor.

Wie verschiedene Künstler seiner Generation arbeitet Jan Albers an einem zeitgenössischen Bildbegriff, der sich nicht aus der Tradition der Malerei herleitet, sondern auf künstlerische Fragestellungen der 60er-Jahre rekrutiert. In seinen Werken verhandelt er elementare Fragen von Form und Abstraktion. Dabei ist ihm der Entstehungsprozess ebenso wichtig wie die Präsentation seiner Werke.

Jan Albers Bild-Werke entstehen in einem teils kraftaufwändigen Prozess, den der Künstler als "Bauen" bezeichnet. In einem ersten Schritt stellt er das Material für seine Arbeiten her. Er besprüht beispielsweise Papiere mit Farbe oder beklebt sie mit Blattsilber, um sie anschließend zu zerschneiden oder zu perforieren. Albers verbaut auch schwere Materialien wie Metall oder Keramik. Dazu müssen Rohre in passende Stücke geschnitten und zurechtgebogen, Keramikstücke durchbohrt werden. Die so zugerichteten Materialien verwebt, montiert oder collagiert er zu Bild-Objekten, auf die er oft auch noch Badges setzt - runde Anstecker mit Motiven wie Augen oder auch Textfragmenten. Die fertigen Arbeiten werden in schützende Plexiglasboxen gefasst.

Aus der Ferne wie abstrakte Kompositionen im Format klassischer Bildträger wirkend, offenbaren die Werke bei näherer Betrachtung ihre tatsächliche Komplexität. Die vielschichtig gewirkten Bildkörper wirken anziehend in ihrer haptischen Anmutung, halten den Betrachter zugleich auf Distanz.

In der Langen Foundation werden Jan Albers´Arbeiten in dem extrem langgestreckten Oberlichtsaal präsentiert, den der Architekt Tadao Ando als Raum der "Stille" für den japanischen Teil der Sammlung Langen konzipiert hat. Diesen Galerieraum hat Albers in einen dynamischen "parcOurs mOrtale" verwandelt: Die Wände wurden durch lange, dunkelgraue Felder strukturiert. Auf diesen Flächen "ereignen" sich die Bild-Objekte, flankiert von aggressiv in den Raum hineinragenden Metall-Konstruktionen. Zu betreten ist der Raum durch die Tür links vom Eingang der Langen Foundation. Wer sie durchschreitet, den erwartet kein Ort der Beschaulichkeit, sondern ein dynamischer Parcours, auf dem sich ihm Albers´"Belästigungskunst" kraftvoll in den Weg stellt.

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Berliner Distanz Verlag die erste umfassende Monografie zu Jan Albers herausgegeben von Christiane Maria Schneider, Langen Foundation. Mit einem Vorwort von Christiane Maria Schneider und Textbeiträgen von Kay Heymer, Brigitte Kölle, Stefanie Kreuzer und Vanessa Joan Müller. 192 S. mit 140 Abb., Hardcover, dt./engl.

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