Rhineland Independent

 

Stiftungen und Sammlungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, die auf privates Engagement zurückgehen, bereichern in bedeutsamer Weise die vielschichtige Kunstlandschaft öffentlicher Museen, Institutionen und Off-Spaces im Rheinland. Aus Leidenschaft und im Bewusstsein für die eigene gesellschaftliche Verantwortung realisieren private Initiativen eigenfinanzierte Ausstellungshäuser, initiieren Künstlerstipendien, stiften Schenkungen und Leihgaben, agieren als Sponsoren und finanzieren Neuproduktionen. Neben dem intensiven Aufbau einzigartiger Sammlungen junger wie etablierter Kunst, ermöglichen sie, über die Entstehung von Kunstwerken hinaus, eine karrierebegleitende Unterstützung und verfolgen einen archivarischen Auftrag. Mit Rhineland Independent schließen sich vier dieser Initiativen - Langen Foundation, KAI 10 I ARTHENA FOUNDATION, Sammlung Philara und Julia Stoschek Collection - für die bildende Kunst erstmals zusammen, um gemeinsam ihr facettenreiches Programm vorzustellen und neue Projekte anzudenken. Die Stärke der Kooperation liegt insbesondere in der Vielfalt der jeweiligen Spezialisierung und individuellen Programmatik der einzelnen Akteur*innen. Denn letztendlich spiegelt sich in den unterschiedlichen institutionellen und inhaltlichen Schwerpunkten auch die Diversität eines lebendigen Kunst-Diskurses wider.


BETWEEN PASSION AND MISSION | Mai 2022

Wie sieht gesellschaftlich relevantes Kunstmäzenatentum im 21. Jahrhundert aus? International wie deutschlandweit ist eine wachsende Anzahl von privat getragenen Ausstellungshäusern und Sammlungen zu verzeichnen. Ausgehend von den vier nordrhein-westfälischen Institutionen im Verbund Rhineland Independent (Julia Stoschek Collection, KAI 10 | Arthena Foundation, Langen Foundation, Sammlung Philara) und in Kooperation mit dem Masterstudiengang Kunstvermittlung und Kulturmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf werden die Potentiale, gesellschaftlichen Erwartungen und sozialen Verantwortlichkeiten der privaten Sammlungs- und Ausstellungspraxis untersucht. Die Konferenz verbindet wissenschaftliche Vorträge mit Beiträgen internationaler Sammler:innen und Stifter:innen, die ihre verschiedenen Institutions- und Fördermodelle zur Diskussion stellen. Neben einem Blick auf die historische Entwicklung privaten Sammelns wird die Tagung aktuelle Forschungsergebnisse zur gegenwärtigen Bedeutung privater Kunstförderung vorstellen. Welchen Einfluss haben transnationale Sammler:innennetzwerke auf Kunstmarktentwicklungen, Künstler:innenbiografien und auf das Programm öffentlicher Institutionen? Wo ergänzen private Institutionen das Angebot der öffentlichen Hand, erweitern die kulturelle Infrastruktur und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe? Welche Chancen und Verantwortlichkeiten ergeben sich aus diesen Überlegungen für die Zukunft? Die Tagung wird diese und weitere Fragen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und Möglichkeiten von kreativen Kooperationen und zukunftsorientierten Synergien ausloten.

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#hellofriend | April 2020

Die weltweite Verbreitung des Coronavirus erzwingt einen Stillstand des Kulturbetriebs. Während auch unsere Pforten geschlossen sind, befragen wir — gemeinsam als Rhineland Independent — in den kommenden Wochen internationale Kulturakteur*innen zur aktuellen Lage der Kultur. Wie erfahren Kolleg*innen andernorts diese Krise und welche kulturellen Zukunftsszenarien sind dort denkbar? In der aktuellen Situation profitieren wir alle von einem solidarischen Miteinander und mehr denn je brauchen wir internationale Gemeinschaft, um die Zukunft positiv zu gestalten. Mit #hellofriend laden wir unsere internationalen Partner*innen zu einer Bestandsaufnahme über die Kultur in Zeiten von Corona ein.


Art Düsseldorf | November 2019

Den Auftakt der Kooperation bildet eine Präsentation der Guerrilla Girls auf der Art Düsseldorf. Das Projekt umfasst eine Auswahl von zehn großformatigen Plakaten des feministischen Kollektivs aus den Jahren 1985-2018. Solche Poster sind seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1985 wichtiger Bestandteil ihrer Aktionen im öffentlichen Raum. Durch recherchierte Fakten, provokante Bilder und plakative Botschaften adressieren die Werke das ungleiche Geschlechterverhältnis, ethnische Diskriminierung und andere Machtasymmetrien in Institutionen, in Kunstgeschichte und -markt. Während ihrer Aktionen, die auch Politik, Filmindustrie und Populärkultur attackieren, tragen die Aktivistinnen Gorillamasken – keine der beteiligten Künstlerinnen spricht in ihrem Namen. Durch die Anonymität wird der Fokus auf die Themen ihrer Werke gelegt: auf die weit verbreiteten Ausgrenzungsmechanismen im Kulturbetrieb, die bis heute zu einer von männlichen Akteuren dominierten Kunst- und Kulturlandschaft beitragen.